Sonntag, 23. November 2014

Thema des Monats

Die Macht der Suchmaschinen (11.02.2008)

Eintrag im Duden: googeln; Rechte: Internet-ABC

Machen wir uns nichts vor: Suchmaschinen haben heute eine ungeheure Macht. Je populärer eine Suchmaschine ist, desto größer ist diese Macht, denn umso mehr Menschen werden von der jeweiligen Suchmaschine diskret durchs Internet "geleitet". Nur die wenigsten Webseiten werden direkt angesteuert, etwa durch Eingabe der Webadresse oder durch Anklicken eines Lesezeichens im Browser. Die meisten Internetbenutzer wählen den bequemeren Weg: Sie rufen die Suchmaschine ihres Vertrauens auf (oft erscheint sie sogar automatisch nach dem Start im Browserfenster), tippen einen Suchbegriff ein und lassen sich die passenden Webseiten zeigen.

90 Prozent Marktanteil sind bedenklich

Die Suchmaschine als "Guide", das ist schließlich Sinn und Zweck der Sache. Das Problem ist allerdings: Einige Suchmaschinen haben besonders viel Macht. Allen voran Google - und zwar in Deutschland ganz besonders: Rund 90 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland werden an Google gerichtet. Nicht umsonst gilt "googeln" heute als Synonym für "im Internet suchen". Googeln steht sogar im ehrwürdigen Duden. Aber was bedeutet das? Das bedeutet, dass es Webseiten, die von Google aus welchen Gründen auch immer nicht gefunden oder nicht gut bewertet werden, ganz schön schwer haben, an Besucher zu kommen.

Nicht immer sind es die optimalen, besten Webseiten, die nach einer Recherche auf den ersten Rängen erscheinen (das lässt sich, aus den unterschiedlichsten Gründen, ohnehin nie erreichen). Welche Webseiten Google oder eine andere Suchmaschine als relevant oder optimal betrachtet, ist das Ergebnis einer komplizierten Bewertung, die sich ständig ändert. Die genauen Bewertungsmechanismen werden allerdings ähnlich gut gehütet wie die Mixtur von Coca-Cola, denn wären die Bewertungskriterien bekannt, könnten Webseitenbetreiber ihre Angebote leicht entsprechend "optimieren".

Wenn Microsoft mit Yahoo verschmelzen sollte

Wir wollen nicht ungerecht sein: Natürlich macht Google seine Sache ziemlich gut, andere Suchdienste arbeiten keineswegs besser, die präsentieren die Ergebnisse auch nicht schneller. Auch wenn es es naturgemäß immer Beispiele gibt, wo ein anderer Suchdienst mal die besseren Ergebnisse präsentiert. Der springende Punkt ist aber ein anderer: 90 Prozent Marktanteil sind schlicht ungesund.

Schon allein aus diesem Grund ist es gut, dass jetzt möglicherweise Bewegung in den Markt kommt. Denn Microsoft hat sein Interesse an Yahoo bekundet. Wenn alle zustimmen, könnte Yahoo mitsamt seinen Communitys, Suchmaschinen und Werbediensten mit Microsoft verschmelzen. Yahoo ist, global betrachtet, recht erfolgreich. In Deutschland immerhin die Nummer zwei, weltweit sowieso. Wenn ein "Microhoo", wie der Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo mittlerweile genannt wird, tatsächlich Wirklichkeit würde, dann hätte Google daran zweifellos zu knabbern. Die Marktanteile würden sicher nicht abstürzen, aber vielleicht etwas abschmelzen, und das wäre gesund.

Die Zukunft liegt in Mobilgeräten

Abgesehen davon weiten alle Suchdienste ihren Einflussbereich aus. Beliebte Dienste wie Google Earth oder Onlinekarten zum Beispiel sind kein Selbstzweck, sondern eine Investition, denn sie sind eine hervorragende Plattform, um ortsbezogene Werbung anbieten zu können. Gerade Onlinekarten haben ein enormes Potenzial: Längst lassen sich die Karten auf Handys und Organizer holen und anzeigen, inklusive Werbung für Restaurants, Kinoprogramme oder Tankstellen. Auch in Navigationssystemen wird man künftig so etwas sehen.

Hier liegt im übrigen eine große Chance für Microsoft: Durch Windows Mobile hat Microsoft Zugang zu vielen Smartphones und PDAs, die voreingestellt Verbindung zu Microsoft-Diensten aufbauen. Kombiniert man diesen Aspekt mit den bewährten Suchdiensten von Yahoo und dem großen Werbekundenstamm von Yahoo, entsteht ein interessantes Paket. Alle Marktkenner sind sich einig, dass im Mobilbereich die größten Wachstumspotenziale liegen.

Wer Suchmaschinen benutzt, sollte sich der Besonderheiten bewusst sein - und vielleicht auch einfach mal einen anderen Suchdienst ausprobieren.

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