Mittwoch, 23. April 2014

Thema des Monats

Keine Fundstellen, sondern Antworten (04.06.2009)

Derzeit ist ganz schön was los in der Welt der Suchmaschinen. Neue Suchdienste gehen an den Start, bestehende werden verbessert. Platzhirsch Google hat seinen Suchdienst gerade ordentlich aufpoliert. Microsoft überrascht den Markt mit einer komplett neu entwickelten Suchmaschine namens "Bing". Und Newcomer Wolfram Alpha will nicht weniger als die Suche an sich revolutionieren. Der Wettbewerb nimmt erkennbar zu.

Da muss selbst der an Tempo gewöhnte Internetfan erst mal durch schnaufen - um all die Neuerungen auf sich wirken zu lassen. Eines lässt sich jedoch definitiv als Trend erkennen: Suchmaschinen werden in Zukunft immer öfter gleich Antworten präsentieren, also nicht mehr nur Fundstellen im Web auflisten. Das erwarten die Benutzer offensichtlich, und genau diesen Weg gehen alle großen Suchdienste deshalb derzeit.

Google deluxe: Neue Funktionen sorgen für mehr Übersicht

Scrennshots von vier Suchmaschinen; Rechte: Internet-ABC

Google hat seinen Suchdienst gleich um mehrere Funktionen erweitert. Eine neue Technologie namens "Squared" soll für mehr Übersicht bei den Suchergebnissen sorgen, vor allem bei umfangreichen Trefferlisten. Gibt es besonders viele Fundstellen, bietet Google ab sofort verschiedene Filter und Gruppierungsmöglichkeiten an. Der Benutzer kann sich so bequemer durchs Angebot arbeiten. Wer zum Beispiel die Typbezeichnung einer Kamera eingibt, kann auf "Review" klicken und bekommt ausschließlich Besprechungen gezeigt, eine jeweilige Kurzzusammenfassung inklusive.

Interessant ist auch die Zeitleiste, die visualisiert, wie oft ein Suchbegriff im Web im Laufe der Zeit vorkommt. Last not least lassen sich mit dem ebenfalls neuen "Wonder Wheel" in einem auf Mausklick zugeschalteten 3D-Modell Verknüpfungen zu anderen Schlagwörtern erkennen. Ideal, wenn man seine Recherchereise mit einem Schlagwort beginnt, aber ganz woanders landet. Derzeit sind diese neuen Funktionen nur in der US-Version nutzbar, sie sollen aber schon bald auch nach Deutschland kommen.

Neuer Stern am Suchmaschinenhimmel: Wolfram Alpha

Wer Lust auf eine ganz neue Art von Suchmaschine hat, der sollte mal Wolfram Alpha ausprobieren (www.wolframalpha.com). Wolfram Alpha will keine Suchmaschine sein, die Webseiten ausspuckt, sondern im Idealfall Antworten auf Fragen geben. Der Benutzer soll seine Fragen mehr oder weniger in Umgangssprache stellen können, derzeit allerdings nur in englischer Sprache. Anschließend erscheint die gewünschten Antwort.

Zumindest in der Theorie, in der Praxis funktioniert das allerdings noch nicht besonders gut. Außer bei Fragen aus den Disziplinen Mathematik, Physik, Chemie und Geografie, hier liefert Wolfram Alpha tatsächlich mitunter verblüffend konkrete und hilfreiche Antworten. Wer zum Beispiel wissen will, wie weit der Mond im Augenblick von der Erde entfernt ist, gibt ein: "Distance Earth Moon" und erhält nicht nur eine exakte Entfernungsangabe, sondern auch Erläuterungen zu den Mondphasen, über den Mond an sich und vieles andere.

Stark in der Wissenschaft, schwach im Alltag

Die Eingabe einer mathematischen Formel oder Gleichung entlockt dem Suchdienst einen beeindruckenden Chart, Gleichungen werden sogar gelöst. Das funktioniert sogar mit komplexen Formeln. Und wer ein chemisches Element eingibt, erhält nicht nur detailreiche Angaben dazu, sondern bekommt auch das Molekül als Modell präsentiert.

Kurz: Für Schule, Studium und Bildung ist Wolfram Alpha eine klasse Ergänzung, ein vielversprechender neuer Nachschlagebereich. Alltagsfragen hingegen bekommt man hier nicht zufriedenstellend beantworte, in aller Regel versteht einen Wolfram Alpha nicht mal. Hier muss noch eine Menge Entwicklungsarbeit geleistet werden, bis der neue Suchdienst wirklich auf breiter Basis interessant ist.

Microsoft will es wissen: Bing macht eine gute Figur

Auch Microsoft hat einen neuen Suchdienst gestartet: Bing will in einigen Schwerpunktgebieten deutlich besser sein als der Wettbewerb, auch besser als Google. Vor allem beim Thema Reisen: Wer Bing mit Fragen oder Stichwörtern rund ums Reisen füttert, bekommt besonders sorgfältig ausgewählte und meist auch sinnvolle Treffer gezeigt. So reicht das Eintippen einer Flugnummer, um zu erfahren, um welche Flugverbindung es sich handelt und ob der Flug womöglich gerade verspätet ist.

Auch Hotels lassen sich dank Bing besonders komfortabel finden. Später will Microsoft hier noch einen bequemen Buchungsservice überstülpen, der derzeit jedoch noch fehlt. Verwirrende Spam-Einträge, die mit dem Suchbegriff wenig zu tun haben, findet man zumindest bei Reisethemen in der Tat erstaunlich selten. Was aber auch daran liegen kann, dass natürlich noch kein Webseitenbetreiber seine Webseite für Bing optimieren konnte.

Hervorragende Bildersuche

Andere Bereiche, in denen Bing seine Stärke ausspielen kann, sind Kaufentscheidungen, Gesundheit sowie regionale Suchen. Insbesondere lokale Recherchen, etwa die Suche nach einem Geschäft oder Restaurant in der näheren Umgebung, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Hier hat auch Google noch Schwächen, hier kann Bing punkten.

Richtig gut ist Bing beim Aufspüren von Bildern und Videos. Microsofts Suchdienst liefert schnell passende Fundstellen, es gibt jede Menge Auswahlmöglichkeiten und Filter, um das Suchergebnis weiter zu verfeinern. So lassen sich auf Knopfdruck nur bestimmte Bildformate oder Porträtfotos anzeigen. Die ebenfalls zügig arbeitende Videosuche durchforstet diverse Videoportale, auch deutschsprachige - ein großer Pluspunkt gegenüber Google, das eindeutig seinen eigenen Videodienst Youtube bevorzugt.

Wettbewerb ist gut für alle, die etwas suchen

Der alte Grundsatz "Konkurrenz belebt das Geschäft" scheint definitiv zu stimmen. Alle Betreiber von Suchmaschinen stellen sich derzeit auf die Hinterbeine und verbessern ihre Angebote. Das ist gut für die User, die sich so nicht nur über eine größere Auswahl freuen können, sondern auch über bessere Suchergebnisse. Es empfiehlt sich, verschiedene Suchmaschinen auszuprobieren, denn die eine Suchmaschine, die immer und in jedem Fall überlegen ist, gibt es nicht.

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